Stahl hält Venedig trocken: Hochwasserschutz für Venedig
Immer häufiger setzen Fluten Venedig unter Wasser. Sperrwerke in den drei Durchfahrten der Lagune sollen die Wassermassen aufhalten. Mehr als die Hälfte ist bereits errichtet. Wenn Maestral und Scirocco die Adria aufwühlen und das Wasser in den Golf von Venedig drücken, ist in der Stadt schnell Land unter. 1966 lag der Pegel sogar 194 Zentimeter über Normal. Straßen, Kanäle und Brücken waren nicht mehr zu benutzen. Es entstand erheblicher Sachschaden.
Damals wurde die Idee geboren, ein aufklappendes Schutzsystem in den drei Öffnungen der Lagune zu installieren, das bei normalem Wasserstand unsichtbar in seinen Verankerungen auf dem Grund der Durchfahrten ruht. Sein Name „Mose" leitet sich ab vom italienischen Modulo sperimentale elettromeccanico, übersetzt: Experimentelles elektromechanisches Modul.
79 Sperrtore werden benötigt, um etwa 1,6 Kilometer Durchfahrten zu sichern. Die hohlen Tore sind aus Stahl, bis zu 28 Meter breit, rund 20 Meter hoch und liegen flach in ihren Fundamenten auf dem Meeresgrund. Ihre Dicke liegt bei 3,6 Meter. Steigt das Wasser mehr als 110 Zentimeter über Normal, wird Luft in die Tanks gepresst und so das Wasser herausgedrückt. Die stählernen Kästen richten sich nacheinander auf und versperren der Adria den Weg in die Lagune. „Mose" sorgt so für trockene Füße in Venedig.
Den Raum zwischen den Sperrtoren und dem Land dichten Spundwände ab. Um die nördliche Einfahrt beim Lido zu verkleinern, wurde eine künstliche Insel aufgeschüttet. Eine Schleuse sorgt dafür, dass auch bei Hochwasser Schiffe in beiden Richtungen verkehren können. Mehr als 80.000 Tonnen Stahl sichern die Stadt. Wenn alles klappt wie geplant, soll im Jahr 2013 das berüchtigte „aqua alta", das Hochwasser, der Vergangenheit angehören.
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