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Stahl - nie altes Eisen
Düsseldorf, den 6. Mai 2010 - Wer ambitionierte Klimaziele erreichen will, kommt an Stahl nicht vorbei. Der weltweit wichtigste Konstruktionswerkstoff hat im Vergleich der Metalle nicht nur den kleinsten „ökologischen Rucksack", sondern verfügt auch über einen geschlossenen Werkstoffkreislauf. Und der spart allein in Deutschland CO2-Emissionen in Höhe von rund 16 Millionen Tonnen jährlich ein.
Ausgediente Autos, Schiffe, Eisenbahnwaggons, Waschmaschinen und Töpfe - alles Schrott? Sicher, aber das Wort hat hier eine positive Bedeutung, denn der im Schrott enthaltene Wertstoff Stahl kann optimal wiederverwertet werden. Recyclingbetriebe separieren und sortieren den Schrott. So wandert Stahl wieder in die Öfen der Stahlhersteller und wird zu hochwertigem Vormaterial für neue Produkte. Neben dem Eisenerz ist Schrott der zweitwichtigste Rohstoff der Stahlindustrie.
Aber nicht alles muss gleich eingeschmolzen werden. Wegen der Langlebigkeit des Werkstoffs Stahl können viele Produkte aufgearbeitet und wiederverwendet werden. Gebrauchte Autoteile werden zu preiswerten Ersatzteilen, Motoren werden durch eine Generalüberholung zu neuwertigen Austauschmotoren, Stahlfässer lassen sich nach Aufarbeitung erneut einsetzen, Stahlträger werden demontiert und an anderer Stelle wieder eingebaut, um viele weitere Jahre Lasten zu tragen. Schon diese wenigen Beispiele zeigen die Vielfalt der Wiederverwendungsmöglichkeiten von Bauteilen aus Stahl.
Bauwerke aus Stahl müssen selten wegen Baufälligkeit oder Verschleiß ersetzt werden. Sie können, wenn sie am ursprünglichen Standort nicht mehr benötigt werden, demontiert und an anderer Stelle wieder aufgebaut werden. Ein typisches Beispiel hierfür ist die ehemalige Zoobrücke in Duisburg, die schon zweimal umgezogen ist. Ursprünglich zur Expo 1958 in Brüssel errichtet, diente sie nach der Ausstellung viele Jahre innerhalb des Duisburger Zoos als Brücke über die A3. Sie wurde schließlich 1997 erneut demontiert und etwa einen Kilometer südlich des Zoos wieder aufgebaut.
Stahl wird im Wesentlichen auf zwei Wegen hergestellt: der sogenannten Hochofenroute und der Elektroofenroute. Und beide brauchen Schrott. Der über die Hochofenroute erzeugte Stahl wird nicht nur aus Eisenerz gewonnen, sondern hat einen Schrottanteil von ca. 15 bis 20 Prozent, der aus dem Elektroofen bis zu 100 Prozent.
Der Einsatz von Schrott spart Rohstoffe und Energie, und entlastet auch unsere Umwelt. Der CO2-Ausstoß bei der Stahlproduktion konnte durch technische Verbesserungen und nicht zuletzt durch den hohen Schrottanteil in den letzten vier Jahrzehnten halbiert werden. Im Jahr 2008 wurden in Deutschland 45,8 Millionen Tonnen Rohstahl erzeugt, dafür wurden 20,7 Millionen Tonnen Schrott gesammelt, aufbereitet und eingesetzt. Stahlprodukte bestehen also im Durchschnitt beinahe zur Hälfte aus recyceltem Material.
Ganz gleich über welchen Weg Stahl erzeugt wird - er schreibt eine unendliche Geschichte. Das Recyclingsystem dieses Werkstoffs ist seit Jahrzehnten vorbildlich und bewährt, nicht nur in Deutschland, sondern weltweit. Das Recycling führt auch nicht zu Qualitätsverlusten, wie das bei einigen anderen Werkstoffen der Fall ist. Stahlschrott kann immer wieder in den Materialkreislauf zurückgeführt werden und lässt sich zu neuen hochwertigen Produkten weiterverarbeiten. Unter den Konstruktionswerkstoffen macht ihn sein Recycling zum Weltmeister. Es sorgt dafür, dass Stahl immer wieder neu geboren und niemals „altes Eisen" wird.
Kontakt: Horst Woeckner Stahl-Informations-Zentrum Sohnstraße 65 40237 Düsseldorf Tel: +49 (0)211 6707-849 Fax: +49 (0)211 6707-344 E-Mail: horst.woeckner@stahl-info.de
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